{"id":33,"date":"2022-03-01T22:03:04","date_gmt":"2022-03-01T22:03:04","guid":{"rendered":"http:\/\/doppelpass.vtheater.net\/?page_id=33"},"modified":"2022-06-16T10:05:14","modified_gmt":"2022-06-16T10:05:14","slug":"freischutz","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/index.php\/freischutz\/","title":{"rendered":"Fragmente | Digital Freisch\u00fctz"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">am Badischen Staatstheater Karlsruhe<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u2588<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"621\" src=\"https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Max_Punktwolke06-1024x621.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-114\" srcset=\"https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Max_Punktwolke06-1024x621.jpg 1024w, https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Max_Punktwolke06-300x182.jpg 300w, https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Max_Punktwolke06-768x466.jpg 768w, https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Max_Punktwolke06.jpg 1393w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Regie, Konzept &amp; Realisation<\/strong>&nbsp;CyberR\u00e4uber (Marcel Karnapke, Bj\u00f6rn Lengers)<br><strong>Komposition &amp; Sounddesign<\/strong>&nbsp;Micha Kaplan<br><strong>Dramaturgie<\/strong>&nbsp;Deborah Maier<br><strong>Produktionsleitung<\/strong>&nbsp;Eva-Karen Tittmann<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ton- und Bildaufnahmen<br><strong>Max<\/strong>&nbsp;Matthias Wohlbrecht<br><strong>Agathe<\/strong>&nbsp;KS. Ina Schlingensiepen<br><strong>Kaspar<\/strong>&nbsp;KS. Konstantin Gorny<br><strong>\u00c4nnchen<\/strong>&nbsp;Agnieszka Tomaszewska<br><strong>Brautjungfer<\/strong>&nbsp;Camelia Tarlea<br><strong>Musikalische Leitung<\/strong>&nbsp;Johannes Willig<br><strong>Chorleitung<\/strong>&nbsp;Ulrich Wagner<br><strong>Badische Staatskapelle<\/strong><br><strong>Badischer Staatsoperchor<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2588<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>THEORIE<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Doppelpass, Kooperationspartner, Projektideen, Erwartungen und Ziele<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Fr\u00fchjahr 2018: Verlinkung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Rahmen einer Doppelpass-Kooperation kam die erste Zusammenarbeit zwischen dem Badischen Staatstheater Karlsruhe und dem Berliner Medienkollektiv CyberR\u00e4uber zustande. Insgesamt sollten \u00fcber einen Zeitraum von drei Jahren drei unterschiedliche Projekte (eines davon am Theater Linz) entstehen sowie Erkenntnisse \u00fcber die aktuelle Palette der theatralen Mittel von Virtual Reality (VR) gewonnen, zusammengef\u00fchrt und spielerisch-k\u00fcnstlerisch umgesetzt werden. Technisches und k\u00fcnstlerisches Wissen und K\u00f6nnen sollten im Zuge der Doppelpass-Projekte ausgetauscht und kontinuierlich erweitert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erwartungen und Ziele waren zu Beginn des Projekts auf beiden Seiten naturgem\u00e4\u00df sehr hoch. F\u00fcr die CyberR\u00e4uber handelte es sich um die bis dato gr\u00f6\u00dfte und l\u00e4ngste F\u00f6rderung und f\u00fcr das Staatstheater war die Erfahrung mit VR eine Premiere. Eine wichtige Initiator- und Vermittlerrolle hatte in diesem Zusammenhang Jan Linders, bis 2019 Chefdramaturg am Badischen Staatstheater, der die Verbindung der CyberR\u00e4uber nach Linz mit dem Ars Elektronica Center sowie nach Karlsruhe und zum ZKM herstellte und begleitete. Auf einer Konferenz mit dem Titel \u201eXTheater &amp; Netz\u201c, veranstaltet von der Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung und nachtkritik.de, war Jan Linders 2017 erstmals auf die Arbeit der CyberR\u00e4uber aufmerksam geworden. Gemeinsam mit Peter Spuhler, Intendant des Badischen Staatstheaters, erlebte er beim Theatertreffen desselben Jahres die Produktion <em>Memories of Borderline<\/em>, die die gemeinsame Zusammenarbeit schlussendlich besiegelte und die Antragstellung bei der Doppelpass-Stiftung zur Folge hatte. Die Kooperation mit den CyberR\u00e4ubern schien f\u00fcr Karlsruhe ein sinnvolles Folgeprojekt der Produktion <em>Stage Your City<\/em> mit einer mixed reality-App und einer digitalen Stadtf\u00fchrung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sommer 2018: W\u00fcnsche und Ziele<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Kick-Off-Workshop in Karlsruhe sollte zum Kennenlernen, Brainstormen und gemeinsamen Ausprobieren der VR-Technologien dienen und bereits zu ersten Projektideen f\u00fchren. Nachdem die bisherigen Produktionen der CyberR\u00e4uber haupts\u00e4chlich Theaterinhalte in Virtual Reality transportiert hatten, sollte nun die gro\u00dfe Herausforderung darin bestehen, Virtual Reality ins Theater zu bringen, also b\u00fchnenf\u00e4hige Live-Projekte mit physischer Kopr\u00e4senz zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Staatstheater erhoffte sich von der Kooperation, eine experimentelle Entwicklung von VR-Erfahrungen f\u00fcr eine breite \u00d6ffentlichkeit, bzw. f\u00fcr ein Theaterpublikum, das das Theater bisher als Hort des Analogen sch\u00e4tzte, zug\u00e4nglich zu machen. Au\u00dferdem w\u00fcnschte man sich eine bessere Vernetzung in der Stadt Karlsruhe als f\u00fchrende IT-Stadt und Stadt der Medienkunst durch das ZKM sowie neuerdings als UNESCO City of Media Arts.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kaspar12-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-115\" srcset=\"https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kaspar12-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kaspar12-300x169.jpg 300w, https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kaspar12-768x432.jpg 768w, https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kaspar12-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kaspar12-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption>Konstantin Gorny als Kaspar, 3D scan, digital verfremdet<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die CyberR\u00e4uber erwarteten von der Zusammenarbeit, von der bestehenden technischen und k\u00fcnstlerischen Infrastruktur des Staatstheaters (Technik, Fundus, Werkst\u00e4tten, Manpower, Ensemble\u2026) zu profitieren und dadurch freie und kreative Arbeit sowie innovative Forschung m\u00f6glich zu machen. Im Theater erhoffte man sich einen experimentierfreudigen Rahmen, sozusagen ein Labor, in dem neue Technologien und k\u00fcnstlerische Ans\u00e4tze ausprobiert und entwickelt werden d\u00fcrfen. Das Theater wollte die technische Professionalit\u00e4t der CyberR\u00e4uber in ein eigenst\u00e4ndiges k\u00fcnstlerisches Format \u00fcbertragen, das sich mit der Frage auseinandersetzt, wie sich Theater und Medien jetzt und in Zukunft vereinen lassen. Au\u00dferdem sollten sich die Dynamik und Unkonventionalit\u00e4t des Kollektivs im besten Fall auf den oft starren Spielbetrieb der Institution \u00fcbertragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da beide Seiten eine kollektive Zusammenarbeit zum Ziel hatten, wurde zun\u00e4chst f\u00fcr alle drei Produktionen jeweils ein Probenzeitraum von sechs bis acht Wochen mit dem Ensemble geplant.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Herbst 2018: VR &amp; Oper<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu Beginn waren die geplanten Produktionen <em>Fr\u00e4ulein Julie<\/em> als Kammerschauspiel in VR (Dauer max. 40 Minuten), eine VR-Installation auf der B\u00fchne sowie eine gr\u00f6\u00dfere B\u00fchnenproduktion mit VR und Live-Schauspiel. Diese Vorhaben \u00e4nderten sich allerdings gleich zu Beginn der Kooperation. Bisher hatten die CyberR\u00e4uber haupts\u00e4chlich im Sprechtheater-Bereich gearbeitet und in den Sparten Oper und Ballett hatte es in Karlsruhe bisher nur wenige digitale Produktionen gegeben. Somit bestand von beiden Seiten \u2013 CyberR\u00e4uber und Staatstheater \u2013 der Wunsch, mit der gemeinsamen Produktion Neuland zu betreten. Die virtuellen R\u00e4ume der CyberR\u00e4uber schienen eine passende M\u00f6glichkeit zu sein, dem \u00fcberfrachteten und \u00fcberfrachtenden Gesamtkunstwerk Oper mit diversen, mehrdimensionalen und \u00fcber die Realit\u00e4t hinausweisenden B\u00fchnenbildern gerecht zu werden. So kamen sie mit der Karlsruher Theaterleitung in einem anf\u00e4nglichen Brainstorming schnell \u00fcberein, dass aus der zuvor geplanten Schauspiel-Produktion <em>Fr\u00e4ulein Julie<\/em> nun ihre erste Opern-Produktion werden sollte. Die CyberR\u00e4uber sahen darin eine willkommene Herausforderung und Chance, die Kraft der Musik mit der immersiven Wirkung von VR noch zu verst\u00e4rken und dar\u00fcber hinaus einen neuen Zugang zur Kunstform Oper zu schaffen. Folgende Fragen standen dabei im Raum: Kann es gelingen, mit einer Live-Performance, die nicht nur reine Aufzeichnung ist, aus dem Opernhaus heraus zu gehen, gewisserma\u00dfen auf die Stra\u00dfe und damit n\u00e4her an das Publikum heran zu kommen, sodass man die Kunst und die K\u00fcnstler:innen wirklich erlebt und ihnen begegnet?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schnell war allerdings klar, dass man sich im vorgesehenen Rahmen unm\u00f6glich eine komplette Oper in VR vornehmen k\u00f6nnte. Die CyberR\u00e4uber entschieden sich daher, beim urspr\u00fcnglich geplanten Format von maximal 40 Minuten zu bleiben, aber dennoch nicht an einer Nummernrevue, sondern an einer zusammenh\u00e4ngenden Dramaturgie zu arbeiten. Damit verbunden kam die Idee auf, die ausgew\u00e4hlten Opernausz\u00fcge durch neue Musik zu verbinden. F\u00fcr diesen Part wurde der Musiker und Komponist Micha Kaplan als fester Bestandteil des Teams engagiert. Die ambitionierte Vision war folgende: Ausgehend von der Grundidee der Kunstform Oper sollte ein Gesamtkunstwerk geschaffen werden, das gerade durch die Mittel von VR \u2013 und mit Brille und Kopfh\u00f6rer \u2013 das Publikum in eine v\u00f6llig neue und in sich konsistente Welt entf\u00fchren kann. Die Kraft der Emotionen und des Klangs, die der Oper als Gattung inh\u00e4rent sind, wurden hierbei Schwerpunkte der inhaltlichen Konzeption. Die virtuellen B\u00fchnen sind den sonst analogen B\u00fchnenbildern auf der Opernb\u00fchne an Flexibilit\u00e4t, Spontaneit\u00e4t und Wandlungsf\u00e4higkeit weit \u00fcberlegen. VR kann auf dynamische, inhaltliche und emotionale Ver\u00e4nderungen im Klang direkt reagieren, R\u00e4ume f\u00fcr diese Merkmale schaffen und die genannten Qualit\u00e4ten der Oper dadurch direkt erlebbar machen. Eine wichtige Pr\u00e4misse bei diesen Gedankenspielen war die Gleichberechtigung der Effekte, sodass die visuelle die emotionale oder inhaltliche Wirkung weder \u00fcberlagern noch illustrieren, sondern die beiden Komponenten sich im besten Fall gegenseitig verst\u00e4rken sollten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2588<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>PRAXIS<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fragmente | Digital Freisch\u00fctz<em> am Badischen Staatstheater Karlsruhe<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dezember 2018: Konzeption<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Gespr\u00e4chen zwischen den CyberR\u00e4ubern und der Theaterleitung in Karlsruhe kristallisierte sich ein f\u00fcr alle Beteiligten wichtiges Kriterium heraus, das es bei der Sujet-Findung der Produktion zu beachten galt: Die gew\u00e4hlte Oper sollte im g\u00e4ngigen deutschsprachigen Kernrepertoire enthalten und also ausdr\u00fccklich keine Urauff\u00fchrung oder Randrepertoire sein, wie es oft bei vergleichbaren Projekten der Fall ist. Gemeinsam entschied man sich f\u00fcr die ber\u00fchmte Oper <em>Der Freisch\u00fctz<\/em> von Carl Maria von Weber, die viele Zuschauer:innen noch aus ihrer Schulzeit kennen. Ein positiver Nebeneffekt dieser Wahl lag in der aktuellen Verankerung des St\u00fccks im Opernspielplan der Saison 2018\/19 als analoge Produktion auf der gro\u00dfen B\u00fchne. Somit bestanden am Haus Vorkenntnisse zum St\u00fcck, Ensembles\u00e4nger:innen hatten die Partien bereist studiert, das Orchester beherrschte die Partitur, Musikalische Leitung und Dramaturgie waren inhaltlich vorbereitet. F\u00fcr das Publikum sollte sich daraus eine vielseitige Ann\u00e4herung an das St\u00fcck ergeben: eine analoge Form auf der B\u00fchne sowie eine digitale im virtuellen Raum.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/20190219_120115-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-116\" srcset=\"https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/20190219_120115-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/20190219_120115-300x225.jpg 300w, https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/20190219_120115-768x576.jpg 768w, https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/20190219_120115-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/20190219_120115-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption>Tonaufnahmen mit der Badischen Staatskapelle<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Geplant wurde eine viermal zehnmin\u00fctige VR-Opern-Serie mit den Darsteller:innen und dem Orchester der aktuellen <em>Freisch\u00fctz<\/em>-Inszenierung am Badischen Staatstheater. Die wertvolle Ressource einer bestehenden Inszenierung nutzend, wurde eine Neuinterpretation und Transformation in ein neues Auff\u00fchrungsformat beabsichtigt. F\u00fcr die CyberR\u00e4uber besonders interessant erschien die Einteilung des gesamten Opernstoffs in Teilaspekte und die M\u00f6glichkeit, diese in fragmentarischen, aber eigenst\u00e4ndigen Folgen in VR erlebbar zu machen. Konkrete Erwartungen an die Arbeit waren die Entwicklung r\u00e4umlicher Akustik, eine intensive Kooperation mit der B\u00fchnentechnik und der Tonabteilung sowie eine Residenz- und Arbeitsphase in Karlsruhe von mindestens sechs Wochen. F\u00fcr die Auff\u00fchrung war eine VR-Box im Foyer des Staatstheaters mit umgebendem Lounge-Bereich f\u00fcr den Austausch der Zuschauer untereinander im Anschluss an die Vorstellung vorgesehen. Die Produktion war von Anfang an als gastspieltaugliches Format geplant. Gew\u00fcnscht waren mindestens f\u00fcnf gr\u00f6\u00dftenteils internationale Gastspiele im F\u00f6rderzeitraum. Die Premiere wurde f\u00fcr den 26. April 2019 in Karlsruhe disponiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die CyberR\u00e4uber lag der inhaltliche Schwerpunkt vor allem im Erschaffen virtueller R\u00e4ume, die sich aus der <em>Freisch\u00fctz<\/em>-Thematik ergaben. In diesen R\u00e4umen sollten die Zuschauer:innen die vierte Wand zum Geschehen durch Interaktion durchbrechen und die Kernelemente der Oper hautnah erleben. Der Vorteil von VR, mittendrin, statt nur dabei zu sein, wird in der Kunstform Oper noch relevanter, da das Publikum die Distanz einer konventionellen Vorf\u00fchrung zu den Darsteller:innen \u00fcberwindet und Klang wie Emotion aus n\u00e4chster N\u00e4he verfolgen kann. So gesehen gibt es anders als im Opernhaus keine guten oder weniger guten Pl\u00e4tze, sondern nur die erste Reihe. Die Zuschauer:innen sollen selbst entscheiden k\u00f6nnen, aus welcher Perspektive sie die Auff\u00fchrung erleben wollen. Sie werden damit zum\/zur Regisseur:in ihrer eigenen Opernvorstellung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei einem ersten Treffen im Dezember 2018 mit dem damaligen Chefdramaturgen Jan Linders und Bj\u00f6rn Lengers von den CyberR\u00e4ubern startete die gemeinsame und konkrete Zusammenarbeit in Karlsruhe, bei der ich als Operndramaturgin t\u00e4tig war. Ich hatte bereits die Opernproduktion <em>Der Freisch\u00fctz<\/em> im Herbst 2018 auf der B\u00fchne des Gro\u00dfen Hauses in der Regie von Verena Stoiber betreut und war daher in den Stoff eingearbeitet. Bei diesem Kennenlernen ging es mir vor allem darum, von den Zielen, die die CyberR\u00e4uber mit dem Projekt verbanden, sowie von deren technischen M\u00f6glichkeiten in VR zu erfahren. Im Gegenzug konnten Bj\u00f6rn Lengers und ich gemeinsam schon einige Musikst\u00fccke aus der Oper besprechen, die sich eventuell f\u00fcr die Fragmente eignen w\u00fcrden. Wir kamen in ein Brainstorming \u00fcber thematische Schnittmengen, die den <em>Freisch\u00fctz <\/em>als St\u00fcck und VR als Medium verbanden. Hier und in weiteren nachfolgenden Gespr\u00e4chen kristallisierten sich folgende m\u00f6gliche Nummern heraus:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>die Ouvert\u00fcre, die einige musikalische Motive zu Beginn der Oper bereits vorstellt<\/li><li>Agathes Arien: \u201eUnd ob die Wolke sich verh\u00fclle\u201c, deren Zitat \u201eDas Auge, ewig rein und klar,&nbsp;nimmt aller Wesen liebend war!\u201c sozusagen schon auf VR verweist sowie \u201eWie nahte mir der Schlummer\u2026Leise, leise, fromme Weise\u201c<\/li><li>\u00c4nnchens Arie \u201eEinst tr\u00e4umte meiner sel\u2019gen Base\u201c, die als Melodram viele unterschiedliche Klangqualit\u00e4ten und theatrale Wirkung aufweist<\/li><li>die Chorstelle \u201eMilch des Mondes fiel aufs Kraut\u201c und Max\u2018 Horror-Vision \u201eHa, furchtbar g\u00e4hnt der d\u00fcst\u2019re Abgrund\u201c aus der Wolfsschlucht<\/li><li>Max\u2018 \u201eAch, l\u00e4nger trag ich nicht die Qualen\u201c<\/li><li>Kaspars\u2018 Rache-Arie \u201eSchweig, schweig, damit dich niemand warnt\u201c<\/li><li>die ber\u00fchmten Ch\u00f6re \u201eJ\u00e4gerchor\u201c und \u201eJungfernkranz\u201c<\/li><li>das Terzett zwischen Max, Agathe und \u00c4nnchen vor der Wolfsschlucht<\/li><li>und die Apotheose des Eremiten im Finale \u201eWer legt auf ihn so schweren Bann\u201c<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei waren f\u00fcr die einzelnen Folgen auch Kombinationen und K\u00fcrzungen der jeweiligen Titel denkbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Folgende Fragen und Gedanken waren in der Konzeptionsphase wesentlich: Wie k\u00f6nnen wir eine koh\u00e4rente Geschichte erz\u00e4hlen, ohne der linearen Narration der Oper chronologisch zu folgen? Welche Geschichte(n) wollen wir \u00fcberhaupt erz\u00e4hlen? Welche Inhalte interessieren uns, und welche davon sind f\u00fcr VR relevant, interessant und umsetzbar?<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/20190220_140756-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-117\" srcset=\"https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/20190220_140756-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/20190220_140756-300x225.jpg 300w, https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/20190220_140756-768x576.jpg 768w, https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/20190220_140756-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/20190220_140756-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption>Matthias Wohlbrecht als Max im Greenscreen Studio des ZKM Karlsruhe<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die L\u00f6sung nach einigen anschlie\u00dfenden Telefonkonferenzen zwischen Karlsruhe und Berlin war letztlich die Entscheidung f\u00fcr vier autonome Fragmente, die in sich geschlossen, aber auch in der Kombination funktionieren. Wir entschieden uns also daf\u00fcr, nicht blo\u00df eine vorgefertigte Geschichte zu erz\u00e4hlen, sondern den\/die Zuschauer:in selbst zum\/zur Geschichtenerz\u00e4hler:in zu machen. Das wiederum gab uns die Freiheit, sehr genau an einzelne Themen des St\u00fccks heran zu zoomen, dabei die Gesamtdramaturgie zun\u00e4chst au\u00dfen vor zu lassen (die ja ohnehin bereits auf der Gro\u00dfen B\u00fchne zu sehen war) und Titel zu verbinden, die in ihrer Kombination neue inhaltliche Erkenntnisse zum St\u00fcck zulassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlussendlich haben wir folgende Fragmente mit den Buchstaben A-D versehen, wobei die Buchstaben explizit keine Chronologie oder Hierarchie vorgeben:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>A<\/strong> \u201eMilch des Mondes fiel aufs Kraut\u201c (Chor), \u201eJungfernkranz\u201c (Damenchor) &amp; \u201eSchweig\u201c (Kaspar): Der besungene Jungfernkranz windet sich zum Dornenkranz. An seinem Ende erwartet Kaspar die Zuschauer:innen mit seiner Rache-Arie. Aus einem Kaspar ergeben sich drei \u00fcbergro\u00dfe Kaspar-Statuen mit unterschiedlichen K\u00f6rper- und Klangeffekten. Der Zuschauer hat autonome Bewegungsfreiheit.<\/li><li><strong>B<\/strong> \u201eJ\u00e4gerchor\u201c (Herrenchor) &amp; \u201eEinst tr\u00e4umte meiner sel\u2019gen Base\u201c (\u00c4nnchen): Der\/die Zuschauer:in folgt \u00c4nnchen durch ein zun\u00e4chst zweidimensionales Labyrinth, das sich von einem Wald in einen eher abgr\u00fcndigen, be\u00e4ngstigenden Irrgarten verwandelt. Durch die Kombination mit dem \u201eJ\u00e4gerchor\u201c erscheint \u00c4nnchen in einem ungewohnt d\u00fcsteren Licht. Die Zuschauer:innen haben teilweise Bewegungsfreiheit.<\/li><li><strong>C<\/strong> \u201eMilch des Mondes fiel aufs Kraut\u201c (Chor) &amp; \u201eWie nahte mir der Schlummer\u2026Leise, leise, fromme Weise\u201c (Agathe): Zu Beginn folgt man einem Weg durch einen n\u00e4chtlichen Wald hin zu einer beleuchteten H\u00fctte. Drinnen sehen wir Agathe zun\u00e4chst auf dem Boden liegen, sp\u00e4ter verschwindet sie visuell, ihre Stimme bleibt jedoch. Die Zuschauer:innen k\u00f6nnen sich sowohl im Haus (oben und unten), als auch drau\u00dfen frei bewegen. Je nachdem, wo man sich aufh\u00e4lt, nimmt man unterschiedliche Klangperspektiven ein, h\u00f6rt also unterschiedliche St\u00fccke.<\/li><li><strong>D <\/strong>\u201eHa, furchtbar g\u00e4hnt der d\u00fcst\u2019re Abgrund\u201c (Max) &amp; Ouvert\u00fcre: Die Zuschauer:innen folgen Max im wahrsten Sinne des Wortes in die Wolfsschlucht. W\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre gelangt man \u00fcber einen Wald, in dem je nach musikalischem Motiv die Darsteller:innen der vorherigen Episoden zu sehen sind, schlie\u00dflich in den Zuschauer:innenraum des Gro\u00dfen Hauses, in dem Notenbl\u00e4tter aus der Partitur umherfliegen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Januar \u2013 April 2019: Realisierung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach ersten Abstimmungen zwischen den CyberR\u00e4ubern und dem Musikalischen Leiter Johannes Willig, dem Chorleiter Ulrich Wagner, dem Leiter der Ton- und Videoabteilung Stephan Raebel und der Chefdisponentin Uta-Christina Deppermann wurden folgende Eckpfeiler f\u00fcr die Produktion festgelegt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Da die Ensemblemitglieder sowie das Orchester im laufenden Repertoirebetrieb eingespannt waren, sollten die ausgew\u00e4hlten Musiknummern vorab von der Badischen Staatskapelle und den jeweiligen Ensembles\u00e4nger:innen im Orchesterprobenraum aufgenommen werden. Das hatte au\u00dferdem den Vorteil, dass damit eine reine Studioaufnahme ohne verfremdende akustische Elemente aus der Aufnahme der Inszenierung f\u00fcr die Episoden verwendet werden konnte.<\/li><li>Die Chorstellen sollten ebenfalls vorab, aber separat zum eingespielten Playback aufgenommen werden.<\/li><li>Im Anschluss sollten die Video-Szenen zugunsten der musikalischen Qualit\u00e4t in vier- bis f\u00fcnfst\u00fcndigen Aufnahme-Sessions in einer Playback-Version gedreht werden. F\u00fcr diese Drehs gab es vorbereitende Treffen zwischen den CyberR\u00e4ubern und den S\u00e4nger:innen sowie zwischen Dramaturgie, Musikalischer Leitung und Orchestervorstand, um Konzept und Inhalte vorzustellen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Anschluss gingen die verschiedenen Aufnahmetermine in die konkrete Planungs- und Umsetzungsphase. Mitte Februar 2019 wurden vor Vorstellungsbeginn Laserscan-Aufnahmen im Orchesterprobenraum, auf der B\u00fchne und im Orchestergraben gemacht sowie die Orchesteraufnahme inklusive Behind-the-scenes-Material, danach die Choraufnahmen, Ende Februar und Anfang M\u00e4rz die Video-Aufnahmen mit den S\u00e4nger:innen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hierf\u00fcr musste ein geeigneter Ort gefunden werden, der \u00e4hnlich einer Black Box eine kontrollierbare Lichtsituation garantierte, sowie \u00fcber die Technik und Ausstattung entschieden werden. Gl\u00fccklicherweise fand sich mit dem Karlsruher ZKM ein gro\u00dfz\u00fcgiger, kooperativer und unterst\u00fctzender Partner, der uns die Green-Screen-R\u00e4umlichkeiten zu Verf\u00fcgung stellte. Die Kost\u00fcme wurden weitgehend von der Inszenierung \u00fcbernommen, wobei im Einzelfall auf Alltagskleidung ausgewichen wurde. Die Herausforderung f\u00fcr die S\u00e4nger:innen bestand darin, die Arie ohne jegliches B\u00fchnenbild zu interpretieren, wohingegen die CyberR\u00e4uber sich nicht nur um die technische Umsetzung mit verschiedenen Kameras (volumetrische Kameras f\u00fcr 180-Grad-3D-Aufnahmen, 360-Grad-Laserscanner\u2026) k\u00fcmmern, sondern auch als Regisseure aktiv werden und szenische Anweisungen formulieren mussten. F\u00fcr die Videodrehs bekamen wir au\u00dferdem organisatorische Unterst\u00fctzung durch einen Regieassistenten aus dem Haus.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"986\" height=\"684\" src=\"https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kaspar01.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-119\" srcset=\"https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kaspar01.png 986w, https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kaspar01-300x208.png 300w, https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kaspar01-768x533.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption>Konstantin Gorny als Kaspar in Fragmente | Digital Freisch\u00fctz<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anschlie\u00dfend sollte das aufgezeichnete Material von den CyberR\u00e4ubern bearbeitet werden. Neu war die f\u00fcr uns Theatermitarbeiter:innen verkehrte Vorgehensweise im Entstehungsprozess. Denn w\u00e4hrend im Verlauf einer Opernproduktion das B\u00fchnenbild lange vor den Proben entsteht, entwickelten die CyberR\u00e4uber die virtuellen R\u00e4ume ja im Anschluss an die Aufnahmen mit den S\u00e4nger:innen vor dem Green Screen. Nachdem sich aber alle auf diesen besonderen Ablauf eingelassen hatten, gab diese zun\u00e4chst ungew\u00f6hnliche Vorgehensweise auch eine gro\u00dfe Freiheit sowohl im Produktionsprozess als auch in der Nachbereitung. Diese Postproduktion \u00fcbernahmen nat\u00fcrlich haupts\u00e4chlich die CyberR\u00e4uber in Berlin mit regelm\u00e4\u00dfiger Korrespondenz nach Karlsruhe. Anfang April fand eine gemeinsame Arbeitsphase mit den CyberR\u00e4ubern in Berlin statt, bei der erste Umsetzungsideen ausprobiert, besprochen und angepasst werden konnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Tage vor der Premiere verbrachten die CyberR\u00e4uber in Karlsruhe, um die letzten Feinarbeiten in den Episoden sowie die technische Einrichtung vorzunehmen und den an der Produktion beteiligten K\u00fcnstlerInnen schon vorab einige Einblicke zu gew\u00e4hren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor der Premiere galt es, die Parameter f\u00fcr die Vorstellungen zu bestimmen, ein Prozess, in den neben den CyberR\u00e4ubern und der Operndramaturgie auch die Technische Direktion, die Chefdisposition sowie die Leitung der Kasse involviert waren. In Zeitfenstern \u00e0 20 Minuten sollten immer vier Zuschauer:innen gleichzeitig die M\u00f6glichkeit haben, jeweils eine Folge \u00e0 maximal 15 Minuten zu sehen. Die Karten f\u00fcr die Veranstaltung sind kostenlos. Die Zuschauer:innen m\u00fcssen sich lediglich mit ihrem Namen an der Kasse anmelden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>April 2019 bis heute: Premiere und Vorstellungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Premiere am 26. April 2019 war eine Pr\u00e4sentation des aktuellen Status quo. Da die vierte Episode (Wolfsschlucht &amp; Ouvert\u00fcre) noch in Bearbeitung war, wurden dem Publikum die ersten drei Folgen pr\u00e4sentiert. F\u00fcr die Premiere kam ein gemischtes Publikum aus geladenen G\u00e4sten und Kooperationspartner:innen sowie externen Zuschauer:innen. Auch in den folgenden Vorstellungsserien zogen die Episoden ein sehr diverses Publikum an: langj\u00e4hrige Opernabonnent:innen, die sich f\u00fcr das alternative Opernformat und einen unkonventionellen Blick auf den <em>Freisch\u00fctz <\/em>interessierten, aber auch Erstbesucher:innen, die von der \u00fcberschaubaren Dauer und den technischen Effekten angezogen wurden und durch <em>Fragmente <\/em>| <em>Digital Freisch\u00fctz<\/em> einen niederschwelligen Zugang zur Oper fanden. In Nachgespr\u00e4chen betreuten Mitarbeiter:innen des Theaters die Zuschauer:innen und konnten so wertvolle Erfahrungen und R\u00fcckmeldungen an die CyberR\u00e4uber weitergeben. Einiges Feedback fand so tats\u00e4chlich auch noch nach der Premiere seinen Weg in die Episoden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie geplant ging <em>Fragmente<\/em> auf Tournee und war zwischen September 2019 und Juni 2020 im Rahmen von sechs Gastspielen bisher unter anderem in Helsinki, Hamburg, Stockholm, Bangok, Ludwigsburg und Berlin zu sehen. Dar\u00fcber hinaus wurden auf internationalen Symposien wie \u201aOpera Europa\u2018 sowie \u201aOper &amp; Medienkunst\u2018 in Karlsruhe ebenfalls inspirierende Erfahrungswerte von Experten, aber auch Laien generiert. Wir haben den Eindruck gewonnen, dass die Unmittelbarkeit der Oper, die per se schon kulturelle und sprachliche Barrieren \u00fcberwinden kann, von VR noch unterst\u00fctzt wird und somit auf internationalem Niveau und auch bei unterschiedlichen Alters- und Bildungsgruppen Erfolg hat.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Fragmente | ein digitaler Freisch\u00fctz - VR oper\" width=\"525\" height=\"394\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/qjNJVVtIFEs?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2588<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>ANALYSE<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>R\u00fcckblick und Ausblick<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Fragmente | Digital Freisch\u00fctz<\/em> war nicht nur f\u00fcr das Staatstheater, sondern auch f\u00fcr die CyberR\u00e4uber in vielen Bereichen Neuland. Folgende Techniken und Formate wurden zum ersten Mal ausprobiert und in einen professionellen Rahmen \u00fcbertragen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Interaktive VR auf Stand-alone Brille f\u00fcr ein gemeinsames Erlebnis f\u00fcr vier oder mehr Zuschauer:innen, das keine reine Aufnahme ist, sondern autonom gestaltet werden kann. Jede\/r sollte selbst\u00e4ndig und ohne Hilfe von zus\u00e4tzlichem Material in der Lage sein, ihre\/seine eigene Perspektive auf die Oper einzunehmen (Joystick und Kopfbewegung)<\/li><li>Medienforschung: Kreuzung aus hoch aufgel\u00f6stem Video und ebenso hoch aufgel\u00f6sten 3D-Inhalten mit Oculus Go, sodass die S\u00e4nger:innen fotorealistisch in digitalen B\u00fchnen pr\u00e4sent waren und in den 3D-Inhalten gleichzeitig noch interaktiv gearbeitet werden konnte<\/li><li>Ausreizung der technischen M\u00f6glichkeiten: Menge an digitalen Assets, B\u00fchnen und Laserscannern, die am Ende in einer mobilen Brille umgesetzt wurden, die dadurch selbst an bestimmten Punkten an ihre Grenzen kam<\/li><li>Langformat von 40 Minuten, um umfassender und komplexer erz\u00e4hlen zu k\u00f6nnen<\/li><li>Serie, bzw. Episodenform: vier Episoden mit je ca. 15 Minuten L\u00e4nge, die parallel von vier (oder mehr) Besucher:innen erlebbar sind<\/li><li>Musikdramaturgie: die Oper auseinandernehmen und dadurch die eigentliche Story und den gesamten (musikalischen) Spannungsbogen neu erz\u00e4hlen, ohne die Kernelemente der Oper zu verlieren, sondern ihnen im Gegenteil noch mehr auf den Grund zu gehen<\/li><li>Aufnahmen in kurzer Zeit: der Disposition geschuldete verk\u00fcrzte Aufnahme- und Arbeitszeiten mit den Ensembles\u00e4nger:innen vor Ort, ein Tag mit der Badischen Staatskappelle, wenige Stunden mit dem Chor und jeweils einen halben Tag mit den Solist:innen, im Anschluss dann sehr viele Daten, die im Nachhinein in die Episoden eingebaut wurden<\/li><li>Kollektive Regie mit S\u00e4nger:innen: neuer Zugang zu szenischer Darstellung der jeweiligen Arien, der der Intimit\u00e4t und one-on-one Situation von VR mehr entspricht als dem Spiel \u00fcber die Distanz auf der gro\u00dfen Opernb\u00fchne<\/li><li>Lebendige Orchester- und Gesangsaufnahmen: Gesamtaufnahmen mit unterschiedlich lokalisierten Mikrophonen und \u00fcber 30 Spuren f\u00fcr r\u00e4umlichen Sound<\/li><li>R\u00e4umlicher und alternativer Sound: Besucher:innen sollten nicht nur neue visuelle Eindr\u00fccke bekommen, sondern auch in der Lage sein, durch ihre Position andere Dinge zu h\u00f6ren<\/li><li>Neue Musik: Musik, die Webers Originalmusik aufnimmt und in die VR-Situationen \u00fcberf\u00fchrt, die eigene Atmosph\u00e4ren schafft, die die einzelnen Parts innerhalb einer Episode, aber auch die Episoden miteinander verkn\u00fcpft. Hier war die Zusammenarbeit mit dem Musiker und Komponisten Micha Kaplan sehr gut und wichtig<\/li><li>KI-generierte, assoziative Videoinstalltion im virtuellen Raum: Teil einer Episode waren Videos, die von einem machine learning-Algorithmus kreiert wurden.<\/li><li>Oper im Allgemeinen: Ensembles\u00e4nger:innen, Orchester, Chor, Repertoirest\u00fcck<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu den gro\u00dfen inhaltlichen Herausforderungen z\u00e4hlten f\u00fcr alle Beteiligten die Konzeption, also die St\u00fcckfassung, die es gemeinsam im Vorhinein zu entwickeln, aber auch kontinuierlich im Prozess anzupassen galt. Das Theater musste sich dabei auf die ungew\u00f6hnliche Chronologie der CyberR\u00e4uber einlassen, zuerst das Material zu generieren und im Anschluss in ein Setting zu setzen. Die CyberR\u00e4uber hingegen waren mit den doch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig starren Strukturen eines Staatstheaters mit dazugeh\u00f6rigem Ensemble- und Repertoirebetrieb konfrontiert. So war die tats\u00e4chliche Kooperation zwischen Haus und Kollektiv viel eingeschr\u00e4nkter, als eigentlich von beiden Seiten vorher gew\u00fcnscht. Die Zusammenarbeit fand daher im Wesentlichen zwischen den CyberR\u00e4ubern und der Dramaturgie statt. Auf dieser Basis entstand im Grunde die Konzeption, wurde die Umsetzung im Haus (Aufnahmen) sowie die konkrete Inszenierung (Installation im Foyer) begleitet und auch die Postproduktion bestritten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die generelle Idee der Kooperation und die damit verbundenen Erfahrungen sind dennoch als richtig und wichtig zu bewerten, da beide Seiten viel gelernt und sich auf dem jeweils neuen Terrain (Oper &amp; Technik) weiterentwickelt haben. Von der Grundlagen- und Entwicklungsarbeit werden alle auch in zuk\u00fcnftigen Projekten und Zusammenh\u00e4ngen profitieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unmut entstand auf Seiten der Theatermitarbeiter:innen im Vorhinein oft, da sie von dem Projekt viel zu sp\u00e4t durch die Leitung erfahren haben und ihre Ressourcen eher kurzfristig umdisponieren mussten, so zum Beispiel bei Orchester, Chor, Ton\/Video etc. Die CyberR\u00e4uber hingegen haben ebenfalls darunter gelitten, dass sie aus den oben genannten Gr\u00fcnden oft und manchmal vergeblich um Dinge k\u00e4mpfen mussten, die eigentlich vorab zugesagt waren (Verf\u00fcgbarkeit der K\u00fcnstler:innen, Installation im Foyer ohne ausreichend Schallisolation, kollektive Probenphase, Titel). Teilweise entstand auf Seiten der CyberR\u00e4uber daher leider der Eindruck, dass die Doppelpass-Produktionen nicht auf Augenh\u00f6he mit einer \u201enormalen\u201c Inszenierung im Spielplan behandelt wurden, sondern als eine Art besonderes Medienprojekt, das in einer anderen Kategorie spielt. Sie f\u00fchlten sich oft eher als Dienstleister, der bestehende Erwartungshalten erf\u00fcllen muss, denn als veritable K\u00fcnstler, die eigenen Gestaltungsspielraum und k\u00fcnstlerische Autonomie genie\u00dfen. Da w\u00e4re von Seiten des Theaters mehr R\u00fcckendeckung, Vertrauen und auch Flexibilit\u00e4t w\u00fcnschenswert gewesen. Das schien jedoch im Rahmen des g\u00e4ngigen Spielplans schwer m\u00f6glich. Leider wurde eher ein kalkulierbares, funktionierendes Produkt erwartet, als Zeit und Raum f\u00fcr Innovation und Forschung zu gew\u00e4hren. In Zukunft w\u00e4re eine Art Vermittlungs-Angebot oder Supervision von Seiten der Doppelpass-Beauftragten in so einem Fall wom\u00f6glich hilfreich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der urspr\u00fcngliche Initiator Jan Linders bewertet <em>Digital Freisch\u00fctz<\/em> im Gro\u00dfen und Ganzen positiv. F\u00fcr ihn liegt der Erfolg in der intuitiven Funktionalit\u00e4t der Produktionen und in seiner Attraktivit\u00e4t vor allem f\u00fcr ein \u00e4lteres Theaterpublikum, das die neue Technik, die ihnen eine alt-bekannte Geschichte erz\u00e4hlt, im gesch\u00fctzten Raum des Theaters ausprobieren kann. Es handelt sich f\u00fcr ihn um eine entschleunigte VR-Erfahrung, die nicht zu viel auf einmal will und pro Folge maximal ein bis zwei interaktive Effekte bereith\u00e4lt. F\u00fcr die Besucher:innen bietet <em>Digital Freisch\u00fctz<\/em> Nahbegegnungen mit S\u00e4nger:innen des Karlsruher Ensembles. Was wir als Theatermitarbeiter:innen aus den Proben kennen, wird f\u00fcr die Zuschauer:innen zur besonderen Erfahrung. Auch bez\u00fcglich einer internen Vernetzung h\u00e4lt er die Doppelpass-Kooperation f\u00fcr gewinnbringend: Mit dem Landestheater Linz als Partner gelang es, das Theater Karlsruher Theater mit der Ars Electronica und dem ZKM zu verkn\u00fcpfen, was au\u00dferdem eine gute \u00dcbung f\u00fcr alle beteiligten S\u00e4nger:innen darstellte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz der Erfolge sieht jedoch auch Jan Linders einige Schwierigkeiten, die sich intern und extern im Rahmen der Zusammenarbeit aufgetan haben. Die <em>Digital Freisch\u00fctz<\/em>-Auff\u00fchrungen vor regul\u00e4ren Vorstellungen oder in den Pausen des Vorstellungsbetriebs konnten nur unter verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hohem Personalaufwand und mit Voranmeldung gestemmt werden. Intern ergaben sich zwangsl\u00e4ufig erste Reibungen durch die Konfrontation einer frei arbeitenden Gruppe und einem Staatstheater. Herausfordernd war dabei die dispositionelle Verankerung eines experimentellen Projekts ohne feste Spielst\u00e4tte. Eine echte Zusammenarbeit auf Augenh\u00f6he h\u00e4tte mehr Begleitung und Unterst\u00fctzung der Leitung, aber auch eine st\u00e4rkere Pr\u00e4senz der CyberR\u00e4uber in Karlsruhe im Sinne einer wirklichen Residenz bedurft. Auch das ZKM k\u00f6nnte in Zukunft noch mehr als Kooperationspartner, denn als Dienstleister gesehen und ins Boot geholt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die erste Opernarbeit im Allgemeinen und <em>Digital Freisch\u00fctz<\/em> im Speziellen wurden hingegen im Ergebnis wiederum von beiden Seiten als sehr positiv wahrgenommen. Sobald die CyberR\u00e4uber auf die K\u00fcnstler:innen (S\u00e4nger:innen, Dirigent, Tonmeister, Dramaturgie) trafen und in die direkte Arbeitsphase einstiegen, handelte es sich immer um sehr produktive und f\u00fcr alle inspirierende Ergebnisse. Die Produktion sowie die R\u00fcckmeldungen des Publikums hat allen Beteiligten Lust auf mehr gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Somit stehen nun folgende Fragen im Raum: Wie l\u00e4sst sich das Pilotprojekt <em>Digital Freisch\u00fctz<\/em> weiterentwickeln? Wie k\u00f6nnte ein solches Format mit Live-Musik und VR aussehen, etc.?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Expertise und das gegenseitige Verst\u00e4ndnis, das beide Seiten \u2013 CyberR\u00e4uber und Staatstheater \u2013 sich \u00fcber die Produktion hinweg erarbeitet haben, gilt es nun eigentlich in einer Anschluss-Produktion weiterzudenken und weiterzuf\u00fchren. \u00dcber den Zeitraum der Zusammenarbeit haben sich neue Ideen und Visionen ergeben wie diese: Wie l\u00e4sst sich das Gesamtkunstwerk Oper transparent erlebbar machen? Wie lassen sich nicht nur S\u00e4nger:innen, sondern auch Orchestermusiker:innen und Dirigent:innen sichtbar in die Inszenierung integrieren? Wie interaktiv kann eine Kunstform tats\u00e4chlich sein, also wie viel Autonomie k\u00f6nnen wir den Zuschauer:innen noch geben? Wie kann eine echte Einbindung solcher St\u00fccke in einen Spielplan aussehen? Welche neuen Auff\u00fchrungsorte eignen sich?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dokumentation: Deborah Maier<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Basierend auf Interviews mit: Jan Linders, Marcel Karnapke, Bj\u00f6rn Lengers<\/em><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>am Badischen Staatstheater Karlsruhe \u2588 Regie, Konzept &amp; Realisation&nbsp;CyberR\u00e4uber (Marcel Karnapke, Bj\u00f6rn Lengers)Komposition &amp; Sounddesign&nbsp;Micha KaplanDramaturgie&nbsp;Deborah MaierProduktionsleitung&nbsp;Eva-Karen Tittmann Ton- und BildaufnahmenMax&nbsp;Matthias WohlbrechtAgathe&nbsp;KS. Ina SchlingensiepenKaspar&nbsp;KS. Konstantin Gorny\u00c4nnchen&nbsp;Agnieszka TomaszewskaBrautjungfer&nbsp;Camelia TarleaMusikalische Leitung&nbsp;Johannes WilligChorleitung&nbsp;Ulrich WagnerBadische StaatskapelleBadischer Staatsoperchor \u2588 THEORIE Doppelpass, Kooperationspartner, Projektideen, Erwartungen und Ziele Fr\u00fchjahr 2018: Verlinkung Im Rahmen einer Doppelpass-Kooperation kam die erste Zusammenarbeit zwischen dem Badischen &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/index.php\/freischutz\/\" class=\"more-link\">Continue reading<span class=\"screen-reader-text\"> &#8220;Fragmente | Digital Freisch\u00fctz&#8221;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-33","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/33","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/33\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":137,"href":"https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/33\/revisions\/137"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/doppelpass.vtheater.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}